Göbekli Tepe im Südosten Anatoliens - eine archäologische Jahrtausend-Sensation! Nur ein Bruchteil
dieser ersten von Menschenhand erbauten monumentalen Kultstätte ist bisher freigelegt. Über 10.000
Jahre lagen hier die ältesten Skulpturen der Menschheit in der Erde verborgen, rätselhafte Figuren
und reliefgeschmückte Megalithpfeiler. Im Fruchtbaren Halbmond nahe der Stadt Urfa wurde der Mensch
sesshaft, im frühen Neolithikum entstanden erste feste Siedlungen, entwickelten sich Ackerbau und
Viehzucht: hier ist die Wiege der Zivilisation. In geschichtlicher Zeit haben viele Völker und
Kulturen in der Region ihre Spuren hinterlassen; wir begegnen Zeugnissen der hethitischen und der
hellenistisch-römischen Hochkultur. Biblischer Boden in Urfa, der Stadt Abrahams. Im heutigen
Antakya wurden die Anhänger Jesu zum ersten Mal „Christen“ genannt. Durch das nördliche
Zweistromland führt die Reise in das uralte christliche Siedlungsgebiet des Tur Abdin. Ein
besonderes Erlebnis erwartet uns am Nemrut, dem Berg der Götter, mit den gigantischen
Kolossalstatuen des kommagenischen Herrschers Antiochus.
Dr. Markus Arnolds (08.05.-22.05.10 / 22.05.-05.06.10 / 02.10.-16.10.10)
- Bei eigener Anreise 250 € Ermäßigung.
- Eintrittsgelder sind nicht im Reisepreis inbegriffen.
Änderungen können jederzeit auftreten.
Die Änderungen des Reiseverlaufs behalten wir uns ausdrücklich vor, da zwischen Planung und Durchführung der Reise oft längere Zeiträume liegen.
- 1. Tag
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Anreise
Flug über Istanbul nach Adana, Transfer zum Hotel, 1 Ü.
- 2. Tag
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Misis, Karatepe
Im Gelände von Misis /Mopsuhestia, Sitz des Sehers Mopsos, römische Brücke über den Ceyhan; im
kleinen Mosaikenmuseum auf altem Kirchenboden ein riesiges, die Arche Noah darstellendes Mosaik.
Weiterfahrt in den Nationalpark Karatepe-Aslantaş mit seiner späthethitischen Burganlage:
Stadttore mit außergewöhnlichem Reliefschmuck, Gottkönige, Streitwagen und Krieger, Hirsche,
Löwenskulpturen. Kurzer Halt in Issos, dem Ort der Alexanderschlacht 333 v.Chr. 2 Ü in Antakya.
- 3. Tag
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Antakya, Seleukia Pieria
Antiochia war eine der reichsten Metropolen der hellenistisch-römischen Welt. In der
Grottenkirche St. Peter soll sich die erste, vom Apostel Petrus gegründete Christengemeinde
versammelt haben. Charon-Relief am Felshang. Rundgang durch die osmanische Altstadt von Antakya,
„Langer“ Basar. In Seleukia Pieria begann Paulus seine 1. Missionsreise; die durch den Felsen
geschlagene Kanal-Tunnelanlage zeugt von römischer Ingenieurskunst, die sollte die Versandung
des Meereshafens vermeiden.
- 4. Tag
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Mosaikenmuseum, Gaziantep
Das Museum von Antakya präsentiert die zweitgrößte Sammlung römischer Mosaiken weltweit: Boden-
und Wandmosaiken mit mythischen Szenen, Göttern und Tieren aus Antiochia, Daphne und Seleukia.
Spektakulär ist ein vor wenigen Jahren ausgegrabener figurengeschmückter Marmorsarkophag. Fahrt
nach Gaziantep, Spaziergang durch die Altstadt, 1 Ü.
- 5. Tag
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Zeugma-Museum, Birecik, Urfa
Im Archäologischen Museum in Gaziantep kostbare Mosaikböden des von den gestauten Wassern des
Euphrat überfluteten hellenistisch-römischen Zeugma. Besuch der Waldrappstation in Birecik am
Euphrat. In Urfa, dem Edessa der Kreuzfahrer, soll Abraham auf dem Weg von Ur in Chaldäa ins
Gelobte Land sein Lager aufgeschlagen haben. Heute leben in Urfa arabische, kurdische und
türkische Muslime, griechisch-orthodoxe, armenische und römisch-katholische Christen sowie eine
jüdische Gemeinde. Verweilen am Abrahamsteich mit Heiligen Karpfen; Halil Rahman-Bethaus,
Medresen, Alte Moschee. 2 Ü in Urfa.
- 6. Tag
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Urfa, Harran
Im Museum in Urfa neolithische Skulpturen und Kleinplastik von Göbekli Tepe und Nevalı Çori.
Besichtigung restaurierter Stadtpaläste, Aufstieg auf die Zitadelle. Besuch der Abraham-
Einsiedelei, muslimische Wallfahrtsstätte, mit dem Grab Hiobs und der „Geburtsgrotte“ Abrahams.
Harran, seit 5000 Jahren bewohnt, heute ein abgelegenes Trulli-Dorf, war spätbabylonische
Reise- und Handelsstation mit einem Tempel des Mondgottes Sin. Im Ruinengelände Baureste der
ältesten Universität des Morgen- und Abendlandes. Zurück nach Urfa, Bummel durch den Altstadt-
Basar.
- 7. Tag
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Göbekli Tepe, Mardin
Die kreisförmigen Anlagen des neolithischen Kultplatzes am Göbekli Tepe sind von je zwei großen
und mehreren kleinen Megalith-Pfeilern begrenzt. An Menschengestalten erinnern die bis zu fünf
Meter hohen T-Pfeiler mit breitem Kopf und schlankerem Schaft. Mit Tierreliefs verzierte Pfeiler
zeigen Schlangen, Füchse, Wildschweine, Vögel und Stiere. Auf dem Hochplateau des Tur Abdin,
dem „Berg der Knechte Gottes“, wird außer Kurdisch, Arabisch und Türkisch noch Aramäisch, die
Sprache Jesu, gesprochen. Malerisch liegt Mardin mit seinen schönen Kalksteinhäusern, Kirchen,
Moscheen und Medresen am Berghang unter der Festung; Glockenläuten mischt sich hier mit dem Ruf
des Muezzins. Besuch von St. Michael, Bischofskirche, Alter Moschee und Basar. 2 Ü in Mardin.
- 8. Tag
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Mardin, Deir Az-Zafaran
Besuch des Museums in einem alten Stadtpalast und der Medresen aus dem 12. bis 15. Jh., darunter
die Zinciriye mit gestreiften Kuppeln. Fahrt zum syrisch-jakobitischen Kloster und alten
Patriarchatssitz Deir Az-Zafaran, ein im 4. Jh. umgebauter Tempel des Mondgottes Sin mit schönen
Arkaden, Innenhöfen und Kirchen; Mosaike aus dem 4. Jh. Das Kloster besitzt eine der ersten
Bibeln. Höhlen in der nahen Felswand boten den christlichen Wanderpredigern des 2. Jh.s Schutz.
- 9. Tag
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Dara, Nisibis
Fahrt nach Süden in Richtung syrische Grenze. Abstecher zur Ruinenstätte des oströmisch-byzantinischen
Dara Anastasioupolis in der Nähe des Dorfs Oğuz, von Kaiser Justinian als Festung gegen die Perser ausgebaut.
Die Schule von Nisibis, der heutigen Grenzstadt Nusaybin, seit dem 10. Jh.v.Chr. bewohnt, war in der Spätantike
akademisches Zentrum und später geistlicher Mittelpunkt der syrisch-orthodoxen Kirche. Wir besichtigen
Jakobuskirche (4. Jh.), Zeynel Abidin-Moschee und alte Türben. Weiter nach Midyat, 2 Ü.
- 10. Tag
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Midyat, Mar Gabriel, Hah
Midyat, Stadt der Silberschmiede, ist Sitz eines Metropoliten; mittelalterliche Architektur,
zahlreiche Kirchen und Moscheen. Das Doppelkloster Deir Mar Gabriel (4./5. Jh.) ist heute das
wichtigste Kloster des Tur Abdin. Über 80 Klöster gab es im Mittelalter in der Region - mit den
Raubzügen der Kreuzfahrer begann für die monophysitischen Christen die Zeit der Verfolgung. Hah,
seit 3000 Jahren bewohnt, war Königs- und Bischofsstadt. Für die Aramäer gilt die Muttergottes-
Kirche, Wahrzeichen des Tur Abdin, als älteste Kirche der Christenheit.
- 11. Tag
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Hasankeyf, Silvan
Die Festungsstadt Hasankeyf, an einer Engstelle des Tigris von den Römern angelegt, ist akut von
der Überflutung durch einen Stausee bedroht. Aufstieg auf die Zitadelle mit den Palstruinen aus
dem12. Jh. hoch über dem Fluss, weiter Blick über den Tigris. In Silvan, im 5. Jh. als
Martyropolis gegründet, sehenswerte Hauptmoschee, Löwenturm und Malabadi-Brücke über den Fluss
Batman, eine architektonische und statische Meisterleistung aus dem 12. Jh. 2 Ü in Diyarbakır.
- 12. Tag
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Diyarbakır
Diyarbakır, das römische Amida, ist auf einem dunklen Basaltplateau erbaut; eine zehnbogige
Brücke überspannt den Tigris. Stadtrundgang entlang der im 4. Jh. errichteten Mauer um die
Altstadt mit Zitadelle, Bastionen, 72 Wehrtürmen, reliefgeschmückten Stadttoren. Besichtigung
der Behram Pascha- und der Großen Moschee, einer alten Pfeilerbasilika, der Marienkirche, eines
Museumshauses und einer Karawanserei. Im (hoffentlich wieder eröffneten) Archäologischen Museum
neolithische, hethitische, assyrische und urartäische Funde.
- 13. Tag
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Arsameia, Nemrut
Mit der Fähre über den Atatürk-Stausee. Von Kahta zum Karakuş Tepe, Grabtumulus der Mutter des
kommagenischen Königs Mithridates; bemerkenswert die Adler-Säule. Über die von Septimius Severus
über den Cendere gebaute Chabinas-Brücke, Halt an der mamelukischen Festung Yeni Kale. In der
kommagenischen Residenz von Arsameia am Nymphenfluss Tunnel, Felsen-Inschrift und Felsrelief von
König Antiochos I. und Herakles. 1 Ü in einfacher Unterkunft unterhalb des Berggipfels.
- 14. Tag
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Nemrut-Gipfel, Gaziantep
Vor Sonnenaufgang Aufstieg auf die 2150 m hohe Bergkuppe, den „Thron der Götter und Herrscher“
über der letzten Ruhestatt Antiochos I. (1. Jh. v.Chr.). Auf den Kultterrassen gigantische
Reliefstelen der Götter des griechischen und persischen Pantheons und des vergöttlichten
kommagenischen Herrschers. Rückfahrt nach Gaziantep. Aufstieg auf die Stadtfestung, Bummel durch
den Altstadt-Basar; in den Schmiede-Werkstätten verkauft man kunstvolle Kupfer- und
Messingarbeiten. 1 Ü.
- 15. Tag
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Rückreise
Flug von Gaziantep über Istanbul nach Frankfurt.